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Governor

Dark Lord of Woodbury

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Montag, 7. September 2015, 00:50

Biohazard - The Smallville Incident

Ladies and Gentlemen, er ist zurück! Der Governor hat sich endlich wieder der Kunst des Schreibens gewidmet und liefert euch neuen Stoff zum Lesen. :D
Die folgende Fanfiction ist mal was Neues. Ich weiß nicht ob es so ein Crossover schon gibt oder gab und wenn nicht; umso besser! Dann bin ich der erste der auf diese Idee gekommen ist. :Pinky neu:
„Biohazard: The Smallville Incident“ ist ein Crossover zwischen Resident Evil und der Serie Smallville. Wer letzteres nicht kennt, für den eine kurze Erläuterung:
In Smallville geht es um die jungen Jahre von Clark Kent alias Kal-El, der als Kind vom sterbenden Planeten Krypton auf die Erde geschickt wurde und über viele übernatürliche Fähigkeiten verfügt, um einige andere Charaktere aus den DC-Comics, und um Clarks Entwicklung zum weltbekannten Helden Superman.
Hört sich strange an, das mit RE zu kombinieren, ich weiß. Deswegen hab ich’s gemacht. ^^
Also jetzt ohne weitere Umschweife: Vorhang auf!



Prolog: Das Blut


“Sir, wir sind in wenigen Minuten am Rendezvous-Punkt”, rief der Pilot des Hubschraubers nach hinten. Seine Stimme klang blechern durch die Gasmaske, wie auch bei den anderen vier schwarz uniformierten Soldaten die weiter hinten in der Passagierkabine saßen. Auf ihren Schultern prangte der rot-weiße Regenschirm der Umbrella Corporation und in den behandschuhten Händen hielten sie ihre MPs fest umklammert. Noch wussten sie zwar nicht, ob sie von ihren Waffen heute Gebrauch machen mussten, doch sie waren darauf trainiert worden, immer darauf gefasst zu sein.
Nur ein Mann im Hubschrauber gehörte nicht dem Umbrella Security Service an.
„Wiederholen Sie Ihre Befehle, Hunk“, sagte der einzige Mann in der Kabine, der nicht zum Umbrella Security Service gehörte. Er trug einen ordentlichen schwarzen Anzug mit Krawatte. Mit diesem Aufzug, mit zurück gegelten Haaren und einer Sonnenbrille zwischen vier Uniformierten zu stehen, würde für sein Gegenüber ein kurioses Bild abgeben. Doch das interessierte Albert Wesker herzlich wenig. Er war voll und ganz auf das kommende Treffen konzentriert.
Einer der Gasmasken tragenden Soldaten antwortete: „Nach der Landung steigen wir alle vier aus. Phoenix und Goblin-6 bleiben beim Hubschrauber, Ponds und ich immer dicht bei Ihnen. Dabei halten wir unsere Waffen gesenkt um Niemanden zu provozieren, halten uns aber bereit im Ernstfall zu feuern.“
„Und Ernstfall heißt?“, fragte Wesker streng.
„Ernstfall heißt“, fuhr Hunk fort. „Wenn wir von unserem Gastgeber oder seinen Männern angegriffen werden. In diesem Fall tun wir alles nötige um Sie und die Ware zu beschützen. Wir schießen um zu töten.“
„Gut. Wie geht es im Normalfall weiter?“
„Ich habe den Koffer und übergebe ihn, sobald und nur dann wenn Sie mich dazu auffordern. Nach dem Rendezvous steigen wir wieder in die Maschine und fliegen zur Heimatbasis zurück.“
„Wort für Wort wiedergegeben. Gut gemacht, Sergeant“, sagte Wesker mit einem kühlen Lächeln.
„Wozu dieser ganze Aufwand, ich dachte wir treffen uns nur mit einem Anzugträger“, fragte Ponds verwirrt.
Wesker funkelte ihn zornig an. Er hoffte, dass es dem Trottel auf die Sprünge half herauszufinden, was er gerade falsch gemacht hatte. In der Gegenwart des CEO von Umbrella unaufgefordert zu sprechen, konnte schon ein Kündigungsgrund sein. In Weskers Fall sogar ein Grund ihn hier und jetzt in Tausend Meter Höhe aus der Maschine zu werfen.
Zu gerne hätte er die blöde Grimasse gesehen, die Ponds unter seiner Maske wahrscheinlich gerade zog. Doch da er noch ein Frischling war und diese kleine Exkursion vielleicht sogar eine positive Überraschung für ihn bereithielt, ließ er sich sogar ausnahmsweise dazu herab, ihm zu antworten.
„Das stimmt. Nur, dass dieser Mann zufälliger Weise einer der milliardenschwersten und gefährlichsten Anzugträger der Welt ist. Halten Sie sich also für etwaige Ausschreitungen bereit, Soldat!“
„Wir sind da. Leite die Landung ein“, sagte der Pilot.
„Bereit machen!“, befahl Wesker.
Die Soldaten checkten ein letztes Mal ihre Magazine und vergewisserten sich, dass die Ersatzmunition griffbereit war. Dann spürten sie die Erschütterung, als der Vogel aufsaß. Phoenix zog die Tür auf und sie stiegen nacheinander aus. Zuerst Hunk, dann Ponds, Goblin-6, Phoenix und schließlich trat Wesker selbst in die Kühle Nacht hinaus. Da stand er nun, Albert Wesker, derzeitiger oberster Vorsitzender der Umbrella Corporation, kurz nach Mitternacht auf dem Dach einer ihrer mächtigsten Konkurrenzfirmen.
Das erste was Wesker registrierte waren das halbe Dutzend Anzug tragender Männer die zwar nicht auf sie zielten, ihre Pistolen aber bereits gezogen hatten. Er hatte die Situation also nicht falsch eingeschätzt und sich passend vorbereitet, auch wenn die Soldaten die ihn begleiteten nur den Anschein erwecken sollten, er selbst wäre ein wehrloser Sesselpupser.
Sollte der Ernstfall tatsächlich eintreten, konnte er diese Leute problemlos selbst ausschalten. Das verdankte er dem experimentellen Virus in seinem Blut.
Ihr habt ja keine Ahnung, was für eine böse Überraschung ihr erleben würdet, sobald ihr das Feuer eröffnet, dachte er amüsiert während er die Männer musterte.
Die Aufzugtür zum Dach öffnete sich und heraus trat ein hagerer Mann mit langen dunklen Haaren und Bartstoppeln. Lionel Luthor lächelte und breitete die Arme aus.
„Mister Wesker“, rief er fröhlich über das langsam abnehmende Rotorengeräusch hinweg.
„Mister Luthor“, sagte Wesker und nickte schlicht. Im Gegensatz zu Luthor hatte er kein Interesse daran, die Gefahr die er ausstrahlte hinter einer freundlichen Fassade zu verbergen. Lionel ließ sich davon jedoch nicht beirren – auch nicht von der Tatsache, dass sein Gast mitten in der Nacht eine Sonnenbrille trug. Sie liefen sich auf dem Dach entgegen, – Hunk und Ponds dicht an Weskers Seite – trafen sich in der Mitte und schüttelten die Hände.
„Willkommen bei LuthorCorp!“, sagte Lionel. „Es freut mich, dass Sie es so kurzfristig einrichten konnten. Dann darf ich wohl davon ausgehen, dass Sie an meinem Angebot interessiert sind.“
„Das kommt ganz darauf an, was Sie für mich haben“, antwortete Wesker. „Sie waren, was das betrifft bei unserem Telefonat nicht sehr präzise.“
„Glauben Sie mir, es wird Sie interessieren“, versicherte Lionel. Dann brach seine Fassade kurzzeitig, als er an Wesker vorbei sah und sichtlich verwirrt die Maschine musterte, mit der seine Besucher gekommen waren.
„Bitte erlauben Sie mir die Frage, warum Sie mit einem Fluggerät und Soldaten Ihrer firmeneigenen Privatarmee kommen“
„Firmeneigener Sicherheitsdienst“, korrigierte Wesker ihn. „Mit meinem Privatjet nach Metropolis zu fliegen wäre mir auch lieber gewesen, allerdings sind seit dem Raccoon-City-Vorfall immer noch zu viele Augen auf mich gerichtet.“
„Deswegen kommen Sie mit einem Armeehubschrauber, weil Niemand damit rechnen würde, dass Sie darin sitzen“, verstand Lionel. Er sah Wesker an und setzte sein geschäftliches Lächeln wieder auf. „Das leuchtet ein. Ich bin beeindruckt! Mir wäre keine bessere Möglichkeit eingefallen, der medialen Aufmerksamkeit zu entgehen.“
Wesker nickte stumm. Er verriet ihm nicht, dass es um mehr als ein paar Paparazzi oder Fernsehteams ging.
Als vor fünf Jahren Raccoon City vom T-Virus dahingerafft wurde und Regierung keine andere Wahl blieb als die Stadt in einen Krater zu verwandeln um die Ausbreitung zu stoppen, erkannte sie das unglaubliche Gefahrenpotenzial biologischer Waffen und gründete wenige Monate später die BSAA zu deren Bekämpfung.
Umbrella gelang es zwar ihre Beteiligung zu vertuschen und glimpfig davon zu kommen, ja, sogar alle zu überzeugen, dass seine früheren Untergebenen Redfield und Valentine Lügner waren und er kein von den Toten wiederauferstandener Verräter war, doch seitdem beobachtete die BSAA ihn auf Schritt und Tritt.
Selbst jetzt nach so vielen Jahren und mit dieser sowohl simplen als auch cleveren Tarnung bei der Reise hierher nach Metropolis, konnte er nicht zu 100% sicher sein, ob er sich ihrem Raster wirklich entzogen hatte.
„Wollen wir dann?“, fragte Lionel und nickte Richtung Lift.
Sie fuhren einige Etagen tiefer in das Hauptgebäude von LuthorCorp. Dann folgten sie einem breiten Gang, an dessen Seiten stumme Wachleute standen. Lionel Luthor hatte keine Ahnung von Weskers Fähigkeiten, war aber offenbar schlau genug, ihn dennoch als potenzielle Bedrohung einzustufen. Dann betraten sie einen großen Raum mit Panorama-Fenster, einem Schreibtisch in der Mitte und einem großen Safe in der Wand. Wesker war sich sicher; was auch immer Lionel ihm verkaufen wollte befand sich darin.
„Der Koffer, wenn ich bitten darf“, verlangte Lionel.
Wesker nickte. „Hunk!“
Der Soldat trat vor und überreichte Lionel den Koffer. Dieser öffnete ihn und vergewisserte sich, dass alles drin war. Er nickte, stellte den Koffer auf seinen Schreibtisch und ging zu dem großen Safe.
„Jetzt zeige ich Ihnen, wofür ich Sie hergebeten habe.“, sagte er, während er die Kombination eingab. Der Safe öffnete sich mit einem Zischen. Lionel zog die schwere Tür mit viel Mühe auf. Wesker war überrascht. Er hatte einen großen Stauraum dahinter erwartet. Doch es war nur eine kleine Nische in der Wand, hinter der Tür, in der ein Kästchen lag.
Lionel nahm es vorsichtig heraus und stellte es auf den Tisch. Er öffnete es und enthüllte einen silbernen Zylinder. Als er ihn aufschraubte zischte es und kalter Rauch kam heraus. Es musste eine Art Kühlzylinder sein. Dann zog Lionel ein Reagenzglas mit rotem Inhalt heraus und hielt es Wesker hin. Dieser nahm es zögernd entgegen, drehte es in seinen Händen und musterte es eine Weile. Er hob eine Braue, sah den Leiter von LuthorCorp an und zuckte mit den Schultern.
„Was ist das?“, fragte er.
„Blut“, antwortete Lionel.
„Das sehe ich selbst. Aber warum verlangen Sie dafür zehn Millionen Dollar? Soll das ein Scherz sein, Mister Luthor? Wollen Sie sich über mein Unternehmen lustig machen? Denn das könnte schlimm für Sie ausgehen.“
Lionel hob beschwichtigend die Hände. „Oh Nein, ganz und gar nicht! Ich habe ja ganz vergessen …“ er ging um seinen Schreibtisch herum, öffnete eine Schublade und zog einige Papiere hervor die er sogleich Wesker aushändigte. „… Ihnen die Testwerte der Probe, die Sie gerade in Ihrer Hand halten, zu zeigen.“
Wesker gab das Reagenz an Hunk weiter, der hinter der Maske vermutlich ebenso verwirrt war und schnappte Lionel die zusammen gehefteten Papiere energisch aus der Hand. Dank seiner früheren Karriere als Wissenschaftler für Umbrella konnte er das Fachchinesisch in den Daten lesen und erkannte schnell, warum dieses Blut so unheimlich wertvoll war.
Seine Augen weiteten sich. Er blätterte noch ein paarmal um und dann wieder zurück, überflog manche Zeilen sogar dreimal. Was da stand konnte unmöglich der Wahrheit entsprechen. Denn wenn es stimmte, war derjenige durch dessen Adern dieses Blut floss immun gegen sämtliche Krankheiten, nahezu unverwundbar und möglicherweise sogar unsterblich. Außerdem musste dieser Jemand über Bärenkräfte verfügen. Er musste stärker sein als jeder Tyrant, den Umbrella je entwickelt hatte.
Zur Hölle mit den Tyrannen, er ist sogar stärker als ich, dachte Wesker alarmiert.
„Wo haben Sie das her?“, fragte er Luthor mit so scharfen Worten, dass sie in Lionels Fratze hätten schneiden können.
„Von einer Quelle, die lieber anonym bleiben möchte“, sagte Lionel mit einem raubtierhaften Grinsen.
„Wem gehört dieses Blut?“
„Ganz ruhig Albert. Das weiß ich selbst nicht, um ehrlich …“
„Oder Sie möchten diesen Jemand auch decken“, sagte Wesker höhnisch und reckte sein Kinn leicht nach vorn, forderte ihn heraus.
Er wünschte sich tief in seinem Innern, dass Lionel jetzt einen Fehler machen, noch einen letzten falschen Satz sagen würde um seine Zeit zu vergeuden. Wünschte sich, dass er ihm einen Grund gab, ihn aus dem Panoramafenster mit dem herrlichen Ausblick auf die Stadt zu werfen, damit er im freien Fall realisierte, dass er dieses Mal mit dem falschen seine Spielchen getrieben hatte, ehe er aufschlug.
Lionel schien die Gefahr irgendwie zu wittern. Auch er reckte leicht sein Kinn und sah ihn zum ersten Mal während ihres Gesprächs wirklich ernst an.
„Ich sage die Wahrheit. Ich weiß nicht wem dieses Blut gehört, nur was es kann. Wir haben die Blutplättchen bereits geklont und ein Mittel erschaffen, das kürzlich verstorbene wieder reanimieren kann. Nicht so wie Ihr T-Virus zu hirnlosen Kannibalen, sondern zu ihrem alten Ich.“
Bei dem Wort T-Virus hoben Hunk und Ponds ihre MPs ein Stückchen an und Wesker fuhr ein kalter Schauder über den Rücken.
„Moment! Woher wissen Sie …“
„Ich bitte Sie, Wesker! Ich bin sicher, Sie haben auch viele schlimme Gerüchte über mich vernommen“, schnitt Lionel ihm mit einer abfälligen Geste das Wort ab.
Das stimmte tatsächlich. Wesker hatte so einiges über den berüchtigten Lionel Luthor gehört. Gerüchten zufolge wurden in den Labors von LuthorCorp unter seiner Anleitung Experimente an Menschen durchgeführt, die nicht weniger fragwürdig als die der Umbrella Corporation waren.
Das schockierendste was er jedoch bisher gehört hatte, was aber weniger bekannt war, war dass, Lionel Luthor seine eigenen Eltern in ihrem Haus in die Luft gesprengt hat um mit dem Geld der Versicherung das Fundament für LuthorCorp zu errichten. Ob das nun der Wahrheit entsprach oder nicht, seinem raubtierhaften Grinsen konnte Wesker entnehmen, dass dieser Mann ebenso skrupellos wie auch er selbst und zu vielen Untaten fähig war, also traute er es ihm auf jeden Fall zu.
Und da ging Wesker ein Licht auf!
Denn genau das war momentan auch die Tatsache, dass in Raccoon City kein Atomkraftwerk explodiert war, sondern die Stadt wegen Umbrellas T-Virus dem Erdboden gleich gemacht wurde: ein Gerücht. Nur stand er hier vor Lionel Luthor, einem der mächtigsten Männer der Welt, und der wusste vielleicht mehr über die Tragödie von Raccoon City.
Falls er Beweise hat, dachte Wesker, könnte das hier eine Falle sein, um mich aus der Reserve zu locken. Wenn ich nicht mitspiele, lässt er den Konzern vielleicht auffliegen.
Ihn jetzt einfach zu töten hätte da auch nicht geholfen, da er für diese Gefahr garantiert schon vorgesorgt hatte. Er musste jetzt vorsichtig vorgehen. Lionel durfte ihm auf keinen Fall anmerken, dass er einen Verdacht hatte.
Solange er keine Ahnung hatte, dass Wesker etwas zu wissen glaubte, konnte er ihn nicht erpressen. Und solange er ihn nicht erpresste, hatte Wesker vielleicht noch genügend Spielraum, um seine möglichen Pläne zu vereiteln.
„Das ist allerdings wahr“, sagte Wesker, versuchte dabei leicht verlegen zu wirken und nickte. „Bitte fahren Sie fort.“
„Nun … wir haben jetzt zwar dieses Mittel. Aber es wirkt nicht lange. Die Patienten brauchten regelmäßig Nachschub, sonst starben sie. Ich hatte mir gedacht, dass die Experten von Umbrella vielleicht mehr damit anfangen können, die Formel verbessern oder sogar noch mehr. Dieses Blut könnte Ihnen völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Vielleicht könnten Sie sogar ein Wundermittel entwickeln, das einem … übermenschliche Kräfte verleiht. Ich meine, können Sie sich das vorstellen?“
Da war wieder das wölfische Grinsen. Doch diesmal musste Wesker es erwidern, weil es irgendwie ironisch war. Das klang etwas nach dem, was der alte Spencer zu ihm gesagt hatte, kurz bevor er starb.

Übermenschliche Stärke …

Unbegrenzte Macht …

Das Recht, ein Gott zu sein!


„Damit könnten Sie sogar Recht haben“, stimmte Wesker ihm zu und nahm Hunk das Wunderblut wieder ab. „Allerdings würde ich dafür mehr brauchen, als nur dieses kleine Bisschen. Ich brauche nicht nur mehr Blut, sondern auch Gewebe, Hirnzellen, Knochenmark!“
„Wie gesagt; ich weiß nicht von wem es ist.“, sagte Lionel, und zog plötzlich eine Mappe aus der Schublade. „Allerdings habe ich seit einiger Zeit einen Verdacht. Ich kann natürlich nicht garantieren, ob es wirklich diese Person ist, der das Blut gehört. Aber Sie sollten der Sache auf Jeden Fall auf den Grund gehen.“
Wesker nahm ihm den Hefter ab, musterte einen Augenblick die Charakter-Biografie die ganz vorne eingeheftet war und gab Hunk das Reagenz zurück.
„Planänderung, Sergeant! Sie fliegen alleine mit den Männern zurück und bringen das zu Doktor Phillips ins Labor! Ich habe noch etwas anderes zu erledigen.“
„Und wo gehen Sie hin, Sir?“
Wesker warf noch einen kurzen Blick auf das Deckblatt und las - vor Freude grinsend, dass er der Evolution nach der er sich so sehnte, eben einen Schritt näher gekommen war - den Wohnort ab.
„Smallville.“
"Als Christus uns von der Auferstehung der Toten erzählte, ... da dachte ich, er hätte damit etwas anderes gemeint." - Hershel Greene, The Walking Dead

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Zoe Sheppard (07.09.2015)

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Donnerstag, 10. September 2015, 00:20

Kapitel 1: Phänomene

Smallville - die schrägste Stadt der Welt. Jetzt sogar hochoffiziell! Ist das zu glauben? Natürlich dürfte es inzwischen selbst über die Grenzen unseres kleinen Provinznests hinaus bekannt geworden sein, dass sich hier in den letzten Jahren tatsächlich sehr seltsame Dinge zugetragen haben. Ein Junge mit Heilkräften der einen riesigen Satellit zur Kommunikation mit Außerirdischen baut, ein amoklaufender Wissenschaftler der angeblich Laserstrahlen aus der Hand schießt, ein Amphibienmensch der versucht ein Mädchen in die Tiefe zu ziehen. Das alles sind Dinge die sich hier tatsächlich zugetragen haben. Aber ist das denn alles, wofür Smallville steht? Ist es das was diese Stadt ausmacht?
Ich halte dagegen und sage ganz entschieden: Nein!
Diese Phänomene hätten auch sonst wo auf der Welt auftreten können und sind es teilweise auch schon. Es ist ja ganz nett, wenn man in einer Kleinstadt lebt, in der ein weltbekannter Journalist auf einmal schwört, es sei ein Traktor vom Himmel gefallen und direkt vor seinen Füßen gelandet und durch solche Vorkommnisse die Anzahl der Touristen in Smallville leicht in die Höhe getrieben wird, und ich bin selbstverständlich froh, das Privileg zu haben über das alles zu schreiben und Sie, meine Leser, darüber in Kenntnis zu setzen. doch das ist nicht alles, was unsere Heimat ausmacht.
Wenn ich an Smallville denke, denke ich nicht an irgendwelche Superschurken. Ich denke an das herrliche Klima im Sommer. Ich denke an Picknicke im freien, mitten auf einem Feld, im Schatten eines Baumes. Ich denke an ein kühles Bad im Kratersee. Ich denke an den ausgezeichneten Kaffee, den ich fasst täglich im Talon zu mir nehme. Und sogar an spannende Heimspiele von unseren Smallville Crows, auch wenn sie mal nicht so eine gute Saison haben.
Das alles macht Smallville für mich aus und ich wünsche mir für die Zukunft, dass das auch der Rest der Welt einsieht. Dass man nicht nur hierher kommt, weil man auf der Suche nach etwas ungewöhnlichem ist, sondern einfach nur


Es klopfte an der Tür. Chloe wurde aus ihrem Schreibfluss gerissen, hörte auf zu tippen und verfluchte in Gedanken denjenigen, der jetzt vor der Redaktion Der Torch stand und ganz bestimmt nicht im Geringsten ahnte, was er eben angerichtet hatte. Wahrscheinlich war es mal wieder Clark, der Hilfe bei irgendeinem Problem brauchte oder Pete, der etwas an seinem Sportartikel korrigieren wollte.
Obwohl … zwei Stunden nach Schulschluss? Was sollten die hier wollen? Dann konnte es wirklich nur etwas wichtiges sein, das es wohl wert war, dass sie sich kurz von ihrer Kolumne abwandte.
„Herein“, seufzte sie und drehte sich zur Tür um. Doch als sie geöffnet wurde, waren es weder Pete noch Clark. Chloe stockte der Atem. Der junge Mann trug eine dunkelbraune Lederjacke und Jeans, nichts ungewöhnliches, doch ihm stand es sehr gut. Hinter einzelnen Strähnen seines dunkelblonden Haares saßen zwei eisblaue Augen, die versuchten ernst zu wirken, doch in Wirklichkeit sehr verträumt aussahen.
„Ist das hier die Redaktion der Smallville Torch?“, fragte der Fremde etwas zögerlich. Als er sprach, fühlte Chloe sich kurz als hätte sie ein starker Windstoß erfasst. Wie bei einer Explosion. Nun, es fühlte sich irgendwie auch an, als ob etwas in ihr brannte.
„Ja“, antwortete sie, aber es klang eher wie eine Frage. Jaaaa?
„Demnach sind Sie Chloe Sullivan, die Redakteurin?“
O mein Gott, es kennt meinen Namen und ist wahrscheinlich extra wegen mir hier! … Okay, ich muss jetzt cool bleiben! Ganz professionell!
Sie lächelte und zuckte mit den Schultern, nein, eher mit beiden Armen. „Die sitzt vor Ihnen!“
Verdammt! Komm schon Hirn, lass mich jetzt nicht im Stich! Bei Clark klappt das doch auch immer!
Der junge Mann griff in eine Innentasche seiner Jacke und wollte offenbar etwas hervor holen. Einen naiven Moment dachte Chloe, es wäre ein Blumenstrauß. Aber das wäre zu schön um wahr zu sein und konnte dann eigentlich nur ein Streich sein.
Vielleicht versteckten sich draußen auf dem Gang neben der Tür ein paar Mitschüler und verkniffen sich das Lachen. Bei allem was hier in Smallville passierte, wäre das wenigstens mal eine Abwechslung.
Was er dann hervorholte, versetzte aber auf einmal alles in eine völlig andere Dimension. Es war eine Marke.
„Agent Kennedy, Homeland Security“, sagte er. „Ich muss Ihnen ein paar Fragen stellen. Das heißt … wenn Sie Zeit haben.“
Das war's. Er hatte den Moment zerstört! Schlagartig wurde Chloe wieder die alte und starrte ihn entgeistert an.
„O Gott, sagen Sie bloß es geht um Lionel“, sagte sie und rollte mit den Augen. „Hören Sie zu, ich weiß nichts. Ich hab ihm nur … bei einer Recherche geholfen, sonst nichts! Das war’s!“
Agent Kennedy runzelte die Stirn.
„Was reden Sie … Moment! Lionel Luthor? Sie kennen den persönlich?“
„Ja. Aber wie gesagt, ich habe nur ein paar …“
Kennedy winkte ab. „Das ist zwar sehr interessant, aber deswegen bin ich nicht hier.“
„Oooh“, machte Chloe und nickte vorsichtig. Das hätte auch in die Hose gehen können, wenn sie zu viel gesagt hätte. „Okay. … Worum geht es dann?“
„Um die nationale Sicherheit“, antwortete der Agent.
„Äh … sagten Sie nicht gerade, dass Sie nicht wegen Lionel Luthor hier sind?“, fragte sie und lachte.
Kennedys Mundwinkel zogen sich ebenfalls leicht nach oben. Er schien den Witz kapiert zu haben, wollte sich aber dennoch bemühen, wie der ruppige Cop rüber zu kommen.
„Ja es gibt bestimmt auch andere Agenten, die untersuchen … ob Lionel Luthor eventuell eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellt. Doch ich bin wegen etwas anderem hier. Nur … weiß ich nicht wirklich wie ich es formulieren soll.“
„Nur raus damit, Sie schaffen das“, sagte Chloe und boxte ihm gegen den Arm.
Das war vielleicht einen Ticken zu viel! Ich sollte es nicht übertreiben.
„Ähm … es geht um diese Stadt im Allgemeinen“, kam Agent Kennedy nun endlich zum Punkt.
„Also ist … Smallville eine Bedrohung für die nationale Sicherheit?“, fragte Chloe verwirrt.
Wieder lächelte Kennedy. „Naja, wenn diese Stadt ein Bewusstsein hat und absichtlich Leuten mit kriminellen Intentionen Superkräfte verleiht, dann vermutlich ja. Dem Präsidenten und der Regierung ist natürlich nicht verborgen geblieben, was sich hier alles bereits zugetragen hat. Diese … ähm …“
„Freaks? Phänomene?“, versuchte sie ihm zu helfen.
„Ja genau, Phänomene! Die nehmen hier langsam Überhand und man macht sich im Parlament so langsam Gedanken, ob das nicht irgendwann auch über die Grenzen von Smallville hinaus um sich greifen könnte.
Es gab hier ja bereits schon mehrere Tote wegen dieser Phänomene und die Zahl könnte sich steigern, auch außerhalb von Smallville, außerhalb von Kansas. Wir haben unter Anderem lückenhafte Infos über ein Mädchen, das sich an jeden beliebigen Ort teleportieren kann. Was ist, wenn ein Mensch mit solchen Fähigkeiten zum Beispiel bei einem Juwelier einbricht, in ein Museum oder ins Weiße Haus? Der Präsident macht sich wirklich Sorgen, verstehen Sie?“
„Und deswegen kommen Sie zu mir“, stellte sie immer noch verwirrt fest.
„Weil Sie die Redakteurin dieser Schülerzeitung sind, Miss Sullivan. Sie haben 70% der Artikel über diese Phänomene geschrieben. Und zwar weltweit!“
„Wow! Das ... das war mir nicht bewusst.“
Chloe ließ sich das auf der Zunge zergehen. Sie war also der weltweit amtierende Champion im Verfassen von Artikeln über die mysteriösen Phänomene in Smallville und das ohne es zu wissen. Bis jetzt!
Sie dachte kurz an die Kolumne, die sie eben noch geschrieben hatte und überlegte sich für einen Moment, den Text vielleicht noch umzuändern.
Zum ersten Mal in ihrem Leben dachte sie, ob sie dem Meteoritenschauer und den Freaks die er erschaffen hatte vielleicht sogar danken sollte. Nur wegen ihnen war sie so bekannt, nicht weil „Chloe Sullivan“ unter ihren Artikeln stand, sondern wegen dem Inhalt über mysteriöse Kuriositäten.
Vielleicht musste sie dafür ein paar Sätze rauslöschen. Lanas Kaffee im Talon war wirklich gut, aber Chloe merkte gerade, dass nichts besser schmeckte, als die Tatsache, einen Schreibrekord aufgestellt zu haben und darüber hinaus, deswegen vom wahrscheinlich attraktivsten Agenten den die Regierung zu bieten hatte, befragt zu werden.
„Miss Sullivan?“
Wieder holte der Agent sie aus ihrer Trance. Sie schüttelte den Kopf und damit die wirren Gedanken ab.
„Ja. Äh … okay. Was wollen Sie wissen?“, antwortete sie.
„Wie lange Leben Sie schon hier in Smallville?“
„So lange ich denken kann.“
„Und wie lange arbeiten Sie für die Torch?“
So zog sich die Befragung einige Minuten hin. Agent Kennedy saß ihr dabei nicht direkt gegenüber und achtete auf jede Bewegung ihrer Augen, wie sie es aus diesen Krimiserien kannte, er lief viel mehr vor ihr auf und ab und quer durch den Raum. Irgendwann nach etwa einer halben Stunde, blieb er vor einer Wand stehen.
Jedoch an keiner gewöhnlichen Wand.
Chloe fluchte innerlich und sprang vor Aufregung von ihrem Stuhl auf. Jetzt hatte sie ein Problem.
Sie hatte während der Befragung bei jeder Gelegenheit versucht, es so darzustellen, dass diese Phänomene wie sie sie jetzt immer wieder nannten, nicht so schlimm waren, wie seine Auftraggeber vermuteten. Schließlich wollte sie nicht, dass Smallville bald auch noch offiziell der Titel „gefährlichste Stadt der Welt“ verliehen wird.
Doch bei der ganzen Schönfärberei und dem dahintreiben lassen auf Kennedys sexy Stimme hatte sie tatsächlich die verdammte „Wand des Wahnsinn“ vergessen, auf der sie sämtliche ihrer Artikel über sonderbare Ereignisse in Smallville ausgeschnitten und aufgehängt hatte.
Chloe fragte sich, ob er sie tatsächlich erst jetzt oder schon als er reingekommen war entdeckt hatte, um extra bis zum Ende des Verhörs zu warten und so zu tun, als hätte er sie eben erst entdeckt.
Agent Kennedy drehte sich wieder zu ihr herum und deutete mit dem Daumen hinter sich.
„Was ist das?“
„Was ist was?“, fragte sie, als hätte sie keine Ahnung was er wollte, als würde die Wand gar nicht existieren.
„Diese ganzen Artikel über mysteriöse Vorkommnisse in dieser Stadt.“
„Ach DAS! Das ist die Wand des Wahnsinns.“
„Die Wand des Wahnsinns! Hmmm …“ Agent Kennedy betrachtete die Wand abermals und zog eine Grimasse die wohl Begeisterung imitieren sollte. „Ziemlich beeindruckend! … Und Interessant!“
„Ja, wissen Sie … das sind alles Scherzartikel, über …“
„Scherzartikel. Ernsthaft?“ Kennedy sah sie über die Schulter an und schenkte ihr ein trauriges Lächeln.
„Verdammt!“, fluchte Chloe und sah auf ihre Füße. Den Kampf um das Ansehen von Smallville hatte sie damit wohl verloren.
„Tja, ich habe dann alles was ich wollte“, sagte der Agent und bewegte sich Richtung Ausgang. „Vielen Dank, für Ihre Hilfe bei meinen Ermittlungen. Ich werde Ihre Mithilfe natürlich in meinem Bericht erwähnen. Guten Tag.“
Bei Chloe läuteten die Alarmglocken.
Er hat alles was er wollte? ICH ABER NICHT!
Sie drängte sich gerade noch so zwischen ihn und den Ausgang und sah ihn verspielt schüchtern an.
„Wenn Sie dann irgendwann mit Ihren Ermittlungen fertig sind, hätten Sie … vielleicht etwas gegen einen Kaffee?“
Agent Kennedy seufzte. „Miss Sullivan, ich bin …“
„Chloe!“, sagte sie. „Sie dürfen mich Chloe nennen. Und wie darf ich Sie nennen?“
Kennedy lächelte. „Ich heiße Leon.“
Chloe trat einen Schritt näher an ihn heran – falls das überhaupt möglich war – und sah ihm in die verträumten Augen.
„Okay, Leon“, sagte sie. „Sie haben mich eben befragt, jetzt schulden Sie mir ein Interview. 18:00 Uhr, im Talon. Seien Sie pünktlich!“
„Ich überleg’s mir, Chloe“, antwortete er und schob sich an ihr vorbei.
„Hey, lassen Sie mich bloß nicht sitzen! Das käme auf die Titelseite“, rief sie ihm hinterher. Sie blieb noch eine Weile in der Tür stehen, biss sich aufgeregt auf die Unterlippe und blickte den Flur entlang, selbst als er schon längst fort war. Dann ging sie zurück in die Redaktion.
„Dann mal zurück ans Werk“, seufzte sie und setzte sich wieder an ihren Artikel.


Leon setzte sich in seinen schwarzen Honda – der nicht wirklich sein Auto war, sondern von der Agency ausgewählt wurde, weil er so „unauffällig“ aussähe – und blieb eine Weile nachdenklich sitzen.
Was zum Teufel mache ich hier eigentlich, dachte er sich.
Das war eine verdammt gute Frage. Dieser Auftrag las sich schon auf dem Papier so schräg, aber das Taten sie fasst immer, also hatte er ihn ohne Bedenken angenommen. Jetzt stellte sich heraus, dass dieser hier, wirklich schräg war. Völlig wirr! Normalerweise hatte er eine Zielperson, die er ausspionieren und gegebenenfalls verhaften sollte oder mehrere.
Aber diesmal jagte er ein verdammtes Phantom. Nein noch besser: ein Phänomen!
Und jetzt ließ er sich auch noch von einer Zeugin den Kopf verdrehen, das fehlte ihm noch!
Das Mysterium der Stadt lag eindeutig in den Meteoriten, die vor über einem Jahrzehnt in Smallville eingeschlagen waren, das war Leon jetzt klarer als zuvor. Diese Theorie lag dem Secret Service bereits vor und auch Chloe hatte sie bei ihrer Befragung erwähnt. Es war sogar teilweise schon wissenschaftlich belegt worden und die halbe Stadt war damals vermutlich mit dem Meteoritengestein in Kontakt gekommen.
Bei dem Gedanken, die Meteoriten hätten einige Bewohner mit irgendetwas befallen, kam ihm der Begriff „Kontamination“ in den Sinn, und plötzlich: „Infektion“!
Für einen Augenblick fand er sich im Polizeirevier von Raccoon City wieder, wo er in seiner für den ersten Tag im Dienst frisch gebügelten Uniform, eine Pistole in der Hand hielt und damit auf einen anderen Polizisten zielte.
Aber der Polizist war kein Mensch mehr, er war tot. Seine Pupillen bleich und verschwommen wie Wolken, sein Mund blutverschmiert und seine Haut blass und rissig und trotzdem ging er auf ihn zu.
Eine wandelnde Leiche die noch hätte leben können, wenn die Leute auf den Bericht der überlebenden S.T.A.R.S. gehört und darauf reagiert hätten, indem sie die Stadt evakuierten oder Jemand Umbrella überhaupt erst von der Entwicklung des T-Virus abgehalten hätte. Wegen dieser Versäumnisse war dieser Polizist jetzt tot und bewegte sich nur noch, weil er von einem nie endenden Hunger auf Fleisch geplagt wurde, und Leon hatte für den Rest seines Lebens diese Bilder in seinem Kopf, die nie wieder vollständig daraus verschwinden würden.
„Nein“, sagte er sich und schüttelte energisch den Kopf. „Das hier ist etwas ganz anderes!“
Vermutlich war der Meteoritenschauer der im Jahr 1989 in Smallville niedergeschlagen war, tatsächlich eine Art Kontamination. Doch die Betroffenen fraßen sich nicht gegenseitig auf und es schien auch nicht ansteckend zu sein, denn nicht jeder Bewohner war davon betroffen.
Es stimmte zwar, dass oft Jemand mit übernatürlichen Fähigkeiten hervorkam und für Ärger sorgte, das musste jedoch nicht unbedingt bedeuten, dass jeder der solche Fähigkeiten hatte, böse war. Hier herrschte ja auch kein absolutes Chaos, im Gegenteil, fand Leon, war Smallville so ziemlich das ruhigste, gemütlichste Städtchen, das er jemals besucht hatte. Er konnte sich gut vorstellen wie es war, hier eine glückliche Kindheit zu verbringen.
Also was sollte er jetzt tun?
Sollte er hier etwa bis ans Ende seines Lebens sitzen und warten bis so ein wütender Mutant erschien, damit er ihm das Handwerk legen konnte, nur um danach auf den Nächsten zu warten?
Sollte er einen Käfig um die Stadt bauen oder ein energetisches Kraftfeld?
Denn eines stand schonmal fest: das hier war nicht Raccoon City! Man konnte und durfte das Problem auf keinen Fall lösen, indem man einfach eine Bombe darauf schmiss. Das würde er seinen Vorgesetzten auf jeden Fall einprügeln!
Wahrscheinlich wusste nicht einmal der Präsident höchstpersönlich, wonach sie hier suchten, sondern wollte nur, dass Leon ihm irgendwas lieferte, damit er nachts etwas ruhiger schlafen konnte.
Wenn’s denn weiter nichts ist, dachte er und nahm sein PDA zur Hand. Er baute die Verbindung zum HQ auf. Eine hellbraun gebrannte Frau mit Brille erschien auf dem Bildschirm. Dieses Gesicht war ihm inzwischen vertraut.
„Leon, was macht Ihr Auftrag?“, wollte seine Supervisorin Ingrid Hunnigan wissen.
„Ich habe gerade Chloe Sullivan befragt“, antwortete er sachlich und versuchte bei der Erwähnung ihres Namens, möglichst nicht an die blonde Schönheit zu denken. „Ich habe jetzt guten Grund zur Annahme, dass die Theorie mit dem Meteoritengestein wahr ist. Man könnte vielleicht versuchen, sämtliche Vorkommen davon zu beschlagnahmen und sicher wegzusperren, damit sie Niemanden mehr … verändern. Aber eins ist klar: es wurden bis jetzt garantiert noch nicht alle Befallenen gestellt. Das bedeutet, es werden wahrscheinlich auch ab sofort immer wieder solche Phänomene in Smallville auftreten. Ich glaube nicht, dass es eine Möglichkeit gibt, das auf die Schnelle zu beenden.“
„Aber Leon … genau das ist Ihr Job“, sagte Hunnigan. „Diese Phänomene sind ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, wir müssen das irgendwie eindämmen.“
„Und wie wollen Sie das anstellen? Eine Mauer um die Stadt bauen? Oder eine Bombe darauf werfen, damit Mister President sich nicht mehr in die Hosen macht?“
„Ich verstehe Ihre Aufregung“, versuchte Hunnigan ihn zu beschwichtigen. „Das tue ich wirklich. Wir haben in dieser Sache nicht viele Optionen. Am besten wäre es natürlich, die vom Meteoritengestein veränderten Individuen einen nach dem anderen aufzuspüren und sicher zu verwahren. Das würde jedoch einige Monate in Anspruch nehmen, möglicherweise sogar Jahre, und Präsident Graham ist jetzt schon ungeduldig.“
„Dann sagen Sie ihm, er soll warten“, sagte Leon in einem leicht befehlerischen Ton. „Ich bin vielleicht einer der besten Feldagenten in dieser Organisation, aber selbst ich kann nicht hexen. Egal wie lange es dauern wird; Einen nach den anderen zu ermitteln und aus dem Verkehr zu ziehen ist besser, als rumzusitzen und Däumchen zu drehen.“
„In Ordnung, Leon“, sagte Hunnigan ernst. „Haben Sie schon einen ersten Anlaufpunkt für Ihre Ermittlungen?“
Leon dachte an die Befragung der hübschen blonden Redakteurin. Ein Name war des Öfteren in Verbindung mit den Phänomenen gefallen und stach auch auf vielen Artikeln an der Wand des Wahnsinns auffällig heraus.
„Ich habe da so etwas wie eine Spur“, sagte er. „Geben Sie mir alles, was wir über Clark Kent haben.“
„Okay, bitte warten Sie einen Moment“, sagte Hunnigan und gab etwas in ihren Computer ein.
Agent Leon Kennedy lehnte sich zurück und wartete geduldig, denn es konnte das letzte Mal sein, dass er sich zurücklehnte. Entweder handelte es sich nur um einen ganz gewöhnlichen Jungen, der immer wieder zufällig in irgendwelche Schlammassel geriet oder Leon würde bald seinen ersten Smallville-Freak treffen. Wer wusste schon, zu was dieser Clark Kent fähig war.
"Als Christus uns von der Auferstehung der Toten erzählte, ... da dachte ich, er hätte damit etwas anderes gemeint." - Hershel Greene, The Walking Dead

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Mittwoch, 23. September 2015, 02:29

Kapitel 2: Ein gewöhnlicher Junge

„Komm schon Clark, nur noch einmal“, lachte Pete.
„Lieber nicht“, sagte Clark und sah sich auf dem Feld unweit der Kent Farm um. „Nicht, dass mich noch Jemand sieht. Dreimal ist schon Dreimal genug.“
„Hey Leute“, rief sein dunkelhäutiger Freund zu einem imaginären Publikum, während Clark ihm mit einer Geste bedeutete er soll still sein. „Jeder der meinem Kumpel Clark Kent zusehen will, wie er seine außerirdischen Kräfte benutzt um einen Baseball zu fangen, soll sich jetzt mal melden!“
Dann sah Pete grinsend nach links und rechts. „Siehst du. Da ist kein Mensch.“
Clark wusste, dass Pete Recht hatte. Dennoch war die Furcht, dass Jemand sein Geheimnis entdeckte allgegenwärtig. Mal mehr Mal weniger.
„Na gut, einverstanden, Pete“, willigte er schließlich ein. „Aber das ist dann wirklich das Letzte mal! Ich bekomme sonst Stress mit meinem Dad.“
„Den bekommst du doch immer. Jetzt wirf schon!“
Clark holte mit dem Baseball aus, Pete hielt seinen Schläger bereit. Er musste darauf achten, dass er nicht zu feste warf, schließlich wollte er Petes Schläger nicht zerstören, geschweige denn ihn verletzen. Er warf den Ball, Pete traf ihn hart und katapultierte ihn in einem hohen Bogen durch die Luft. Clark verschränkte nur die Arme und sah dem Ball hinterher.
„Äääh, wenn du da noch länger stehen bleibst, kriegst du ihn nicht mehr“, sagte Pete.
„Nur die Ruhe“, sagte Clark und täuschte ein müdes Gähnen vor. „Den fang ich schon.“
„Jetzt lauf schon los, Mann!“
„Na gut. Bin gleich wieder zurück!“
Und in der nächsten Sekunde drehte er sich um und rannte los.
Pete hatte den Baseball sehr weit geschlagen und er war nur noch etwa drei Meter vom Erdboden entfernt. Nicht einmal der beste Baseballspieler der Welt hätte ihn an Clarks Stelle jetzt noch auffangen können, bevor er im Gras landet, doch ihm würde es gelingen. Während er durch das Feld rannte, verlangsamte sich die Zeit und er spürte den Wind an sich vorbeizischen, wie Fahrtwind auf einer Autobahn. Der Ball fiel für ihn in Zeitlupe.
Als Clark an dem Punkt angekommen war wo er runterging, musste er sogar ein wenig hüpfen um ihn aus der Luft zu fischen. Triumphierend hielt er seinen Fang in die Luft.
„Wuuhuuuuu!“, jubelte Pete. „Und das Publikum ist aus dem Häuschen! Denn sie waren heute alle dabei, als Clark Kent einen unmöglichen Ball gefangen und damit Baseball-Geschichte geschrieben hat! Der glatte Wahnsinn!“
Clark lachte, flitzte zurück zu seinem Kumpel und drückte ihm den Ball in die Hand.
„Halt die Klappe, Pete.“
„Ist doch wahr. Du könntest eine Baseballlegende sein.“
„Ich stehe eigentlich mehr auf Football. Ich überlege mir, mich nächstes Jahr für die Try Outs der Crows einzuschreiben.“
„Die Spieler die du tacklest tun mir jetzt schon leid. Ganz zu schweigen von den …“
Er blendete Petes Stimme aus, als er zu seinem, etwa hundert Meter von ihnen entfernten Haus sah. Ein schwarzer Honda stand in der Einfahrt und der unbekannte Fahrer vor der Haustür.
Clark schaltete seinen Super-Gehörsinn ein und vernahm das Klopfen des Fremden an die Tür, als würde er direkt neben ihm stehen. Einer seiner Elternteile machte ihm auf.
„Jonathan Kent?“, hörte er den Fremden sagen, als stünden sie sich Angesicht zu Angesicht gegenüber.
„Ja. Was wollen Sie?“, wollte Jonathan wissen.
„Mein Name ist Leon Kennedy“, sagte der Fremde. „Ich bin ein Agent der Regierung. Man schickt mich wegen der rätselhaften Phänomene die in Smallville vor sich gehen.“
Jonathan zögerte. Clark konnte förmlich spüren, wie angespannt sein Vater war.
„Und was wollen Sie dann von mir?“, fragte er schließlich. Sowohl Clark, als wahrscheinlich auch Jonathan konnten schon ahnen, was der Agent darauf antworten würde.
„Ich glaube, wir müssen über Ihren Sohn reden“, sagte der Agent.
„Hey Clark, hörst du mir überhaupt zu?“, fragte Pete, während er an seinen Schultern rüttelte, und riss ihn somit aus der Konzentration.
„Sei still“, flüsterte Clark, als könnte der Agent ihn von hier aus hören. „Ich glaube es gibt Ärger.“
Dann hörte er wieder dem Gespräch vor seiner Haustür zu. Jonathan hatte wohl etwas geantwortet und Agent Kennedy sagte gerade: „Wir sollten das besser drinnen bereden, Mister Kent.“
„Na gut. Dürfen wir ihn wenigstens dazu holen? Er ist alt genug um Ihnen selbst Rede und Antwort zu stehen.“
„Selbstverständlich.“
Clark lief schon los, bevor Jonathan seinen Namen rief – in Normalgeschwindigkeit diesmal. In Sichtweite eines Agenten der Regierung seine kryptonischen Superkräfte zu benutzen, wäre eher unklug gewesen.
„Geh nach Hause Pete“, rief Clark über die Schulter. „Ich glaube das wird etwas länger dauern.“
„Alles klar, wir sehen uns Morgen!“
Als er am Haus ankam, stellte Jonathan die beiden einander vor. Clark tat so, als hätte er den Namen des Agenten noch nicht gehört und wüsste nicht um was es ging.
„Hallo, Clark, freut mich deine Bekanntschaft zu machen“, sagte Kennedy freundlich und gab ihm seine Hand. Clarke achtete darauf, nicht fest genug zuzudrücken um ihm die Hand zu brechen, doch trotzdem mit genügend Kraft, damit der Agent wusste, dass es nicht klug wäre sich mit ihm anzulegen.
„Worum geht es, Sir?“, fragte er stirnrunzelnd. „Ich habe doch … nichts angestellt?“
„Nein, das behauptet auch Niemand“, beruhigte Kennedy ihn. „Keine Sorge, ich möchte mich nur kurz mit Ihnen unterhalten. bleiben Sie ganz locker.“
Entweder war Agent Kennedy wirklich okay und verdächtigte ihn für nichts Schlimmes oder er war ein sehr guter Schauspieler. Alles was er sicher wusste war, dass er ein Agent war der von der Regierung geschickt wurde.
Oder von Lionel, dachte er besorgt. Er sah verunsichert zu seinem Dad. Jonathan nickte vorsichtig.
„In Ordnung“, sagte Clark freundlich. „Dann kommen Sie mit rein.“



Die Autobahn von Metropolis nach Smallville war wegen eines Unfalls gesperrt, also musste der Chauffeur der Limousine eine Umleitung nehmen. Wesker hatte die Gratisfahrt zum Luthor Anwesen in Smallville nur mit Widerwillen von Lionel angenommen. Es hätte auch eine Autobombe darunter befestigt sein können, auch wenn er seinen unschuldigen Fahrer damit mit in die Luft sprengen würde, aber dem schmierigen Kerl war das zuzutrauen. Letztlich eingestiegen war er nur deswegen, weil die Möglichkeit bestand, dass Lionel etwas gegen Umbrella in der Hand hatte. Ob das nun zutraf oder nicht, irgendetwas führte er im Schilde, das konnte Wesker förmlich riechen. Solange der dürre Exzentriker noch nicht mit offenen Karten spielte, war es besser, sich einfach dumm zu stellen.
Was auch immer Luthor vorhatte, Wesker würde es schon noch herausfinden und ihm zeigen, dass er nicht der Meister am Pokkertisch war.
Sie fuhren gerade Richtung Mainstreet.
Auf einer Kreuzung musste die Limo eine Vollbremsung einlegen, weil plötzlich ein schwarzer Honda vorbeischoss. Der Fahrer musste es wohl ziemlich eilig haben. Er tat Wesker fast leid, denn er selbst hatte keinen Grund sich zu beeilen. Clark Kent wohnte mit seinen Adoptiveltern schon sein ganzes Leben in dieser Stadt, der Junge würde ihm nicht weglaufen egal wie viel Zeit er sich mit der Ausübung seines Plans ließ.
Falls von ihm auch wirklich das Blut stammt, hörte er seine eigene skeptische Stimme durch seinen Kopf schwirren. Falls es nicht zu Lionel Luthors Plan gehört, dich einfach auf eine falsche Fährte zu führen, damit du deine Zeit mit der Beschattung eines gewöhnlichen Bauernjungen vergeudest.
Er drehte den Kopf und sah dem Honda etwas irritiert hinterher. Irgendetwas daran kam ihm nicht ganz koscher vor. Etwas lag in der Luft, er witterte es beinahe … doch ihm fiel beim besten Willen nicht ein, was es sein konnte. Also widmete er sich wieder den vorbeiziehenden Häusern.
Smallville wirkte auf den ersten Blick wie ein verschlafenes, schäbiges Kaff voller Hinterwäldler. Doch ihm gefiel die altmodische Bauweise einiger Fassaden, dieses klassische Flair. Eines fing besonders seinen Blick ein. Es war ein altes Kino, auf dem großen Schild das über dem Eingang hing, stand senkrecht in großen Lettern „TALON“. Doch darunter, wo normalerweise stand, welcher Film momentan darin lief, wurde stattdessen mit „Smallvilles bester Cappuccino“ geworben.
Ein zum Kaffee umgebautes Kino. Das war interessant. Wenn er schon Mal hier war, warum sollte er nicht ein bisschen Sightseeing betreiben?
Wesker öffnete das Fenster zur Fahrerkabine.
„Parken Sie hier irgendwo in der Nähe“, verlangte er.
Der Fahrer runzelte die Stirn. „Sir, ich habe von Mister Luthor Anweisung erhalten, Sie ohne Umwege zum Luthor Anwesen zu bringen.“
„Dann hätte Ihr Boss mir Handschellen anlegen und mich in den Kofferraum stecken sollen“, behauptete Wesker, wobei der Typ natürlich keine Ahnung hatte, dass selbst das ihn nicht aufhalten würde. „Halten Sie an. Ich brauch ‚ne Kaffeepause.“
Der Chauffeur seufzte und gehorchte.
Wesker stieg aus und nahm einen Zug frischer Sommerluft. Er musste sich keine Sorgen machen, dass man ihn hier erkannte. In dieser unbedeutenden Kleinstadt würde wohl kaum gleich ein Jeep der BSAA oder ein Geheimagent vorbeifahren.
„Zehn Minuten! Sonst rufe ich Mister Luthor an“, warnte der Fahrer hinter ihm.
Wesker ignorierte diese Warnung, knallte die Tür zu und ging. Für wen zum Teufel hielt sich dieser Lionel? Sobald er den Spieß umgedreht hatte, würde er diesen überheblichen Scheißkerl mit Freuden unter seinen Schuhsohlen zerquetschen. Aber bis dahin konnte es noch dauern, und es würde vermutlich weit komplizierter werden, als er es sich vorstellte.
Ja, ein entspannender Kaffee war jetzt vermutlich genau das richtige um diese Gedanken abzuschütteln. Wesker öffnete die Tür des Talons und trat ein.
Er staunte nicht schlecht über das Ambiente des Talons. Die Inneneinrichtung war offenbar einem ägyptischen Palast nachempfunden. Die Wände waren in wüstengelb, an den Fenstern und in ein paar Ecken hingen Gardinen und an einigen Wänden Neonlichter in blau und rosa; an den Stützbalken waren ägyptische Muster und Abbildungen ägyptischer Gottesgestalten.
Man mochte meinen, dass Jemand in seinem Alter diese Einrichtung als kitschig bezeichnen würde. Aber irgendwie gefiel es ihm. Dafür gab es einen bestimmten Grund, er lag ihm auf der Zunge. Wesker blendete die vielen schwatzenden Gäste aus, ging zu einer der Säulen und legte seine Hand auf die kühle Oberfläche.
„Afrika“, murmelte er.
Natürlich! Die unterirdischen Ruinen in der Nähe der Untergrundeinrichtung der Umbrella Corporation in Afrika. Wesker war nur einmal dort gewesen, doch er erinnerte sich daran, als wäre es gestern gewesen.
Die bröckelnden gelben, beinahe hellbraunen Tempelwände, die Sonnenstrahlen die durch einige Löcher in der Höhlendecke fielen und sie in ein surreales Licht tauchte, wo eigentlich völlige Dunkelheit herrschen sollte. Nachdem sie die Ureinwohner daraus vertrieben hatten, war es ein sehr friedlicher Ort geworden. Friedlich, aber auch gefährlich. Denn dort wuchsen auch die rätselhaften roten Blumen, in denen Forscher vor vielen Jahren das Progenitor-Virus entdeckt hatten, aus welchem schließlich das T-Virus entwickelt wurde.
Genau diese Art von Melancholie empfand er jetzt. Er fühlte sich wohl im Talon, doch gleichzeitig – wenn auch nur ein wenig – auch bedroht. Denn irgendwo in dieser Stadt rannte ein bärenstarker, unverwundbarer Junge namens Clark Kent herum, ganz zu schweigen von den meteoriten-infizierten Freaks die hier fast wöchentlich aus ihren Löchern krochen und für ein Tohuwabohu sorgten.
„Alles in Ordnung, Mister?“, riss ihn eine sanfte Frauenstimme aus seinen Gedanken. Ihre Besitzerin legte ihm eine zierliche Hand auf den Oberarm.
Das Mädchen war dunkelhaarig, hatte einen leicht bräunlichen Hautton – der zum ägyptischen Cafe passte wie er fand – hatte kleine braune Augen, eine kleine Stupsnase und ein Lächeln, das ihm vermutlich das Herz weggeschmolzen hätte, wäre sie in seiner Altersklasse gewesen.
Er hatte den Hefter mit Informationen über Clark Kent, den Lionel Luthor ihm gegeben hatte vor und während der Fahrt nach Smallville eingehend studiert und erkannte dieses hübsche Gesicht sofort wieder.
Lana Lang, eine gute Freundin und außerdem Ex-Partnerin von Clark Kent, dachte er amüsiert über diesen Zufall.
„Alles in Ordnung“, bestätigte er.
„Okay, dann … möchten Sie vielleicht etwas bestellen?“, fragte sie.
„Da draußen steht was von einem guten Cappuccino“, bemerkte er mit einem kühlen Lächeln.
„Ja, der beste in ganz Smallville“, verkündete sie stolz.
„Das lässt sich einfach behaupten, aber wir werden sehen“, entgegnete er.
„Oh, keine Sorge, das werden Sie, das garantiere ich Ihnen“, lachte Lana und deutete energisch mit dem Finger auf ihn. „Setzen Sie sich doch. Ich bin gleich bei Ihnen!“
Wesker musste sich etwas zusammenreißen, ihr nicht hinterher zu sehen. Egal was für Superkräfte Clark Kent vermutlich hatte, sein Geschmack in Sachen Frauen, schien davon jedenfalls nicht negativ beeinflusst zu werden.
Er bequemte sich in eine noch freie Sitzecke auf die gepolsterte Eckbank und lauschte eine Weile nur den Klängen der orientalischen Musik, die leise aus den Lautsprechern floss, wie ein kleiner Bach in einem Wäldchen. Ja, das Talon war ein friedvoller und gemütlicher Ort. Zu schade, dass der Plan den er die ganze Zeit in seinem Kopf schmiedete, sich gerade in eine Richtung bewegte, in der es wahrscheinlich komplett verwüstet würde.
Aber alles zu seiner Zeit.



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Kleine Anmerkung meinerseits: ich habe "Pokkertisch" hier absichtlich falsch geschrieben weil der Editor das Wort P-o-k-e-r offenbar nicht leiden kann und mich sonst nicht posten lässt. :ugly:
"Als Christus uns von der Auferstehung der Toten erzählte, ... da dachte ich, er hätte damit etwas anderes gemeint." - Hershel Greene, The Walking Dead

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